
Nach der Betriebliche Mentorin / Betrieblicher Mentor Ausbildung verfügst du über vertiefte Kompetenzen im Bereich der Selbstreflexion und des Coachings im betrieblichen Kontext. Du bist darauf spezialisiert, Menschen im betrieblichen Umfeld bei der Suche nach eigenen Lösungen zu begleiten. Meist stehst du in Kontakt mit Führungskräften und Mitarbeitenden.
Die Ausbildung zur Betrieblichen Mentorin / zum Betrieblicher Mentor mit eidg. Fachausweis erfolgt meist berufsbegleitend. Unterricht, Selbststudium und Praxisaufträge beanspruchen viel Zeit und verlangen ein gutes Zeitmanagement. In der Praxis fällt zusätzlich administrativer Aufwand an: Konzepte, Dokumentationen und Feedback-Evaluierungen gehören mit zur Mentoring-Rolle. Die Ausbildung erfordert jedoch nicht nur Zeit, sondern auch finanzielle Investitionen.
Der Abschluss ist noch nicht in allen Branchen und Region gleich gut etabliert. Der konkrete Nutzen hängt stark vom Unternehmen und dessen Weiterbildungsverständnis ab (in einigen KMU noch wenig etabliert). Obwohl betriebliche Mentor/innen zunehmend gefragt sind, hängt dein langfristiger Erfolg davon ab, wie stark dein Unternehmen Mentoring strategisch unterstützt. Ein klarer Karrierepfad als Mentor ist nicht immer garantiert. Und zudem sind eidg. Fachausweise im Ausland nicht generell anerkannt – du musst dazu beim SFBI einen offiziellen Nachweis für diese Berufsqualifikation einholen.
Die Tätigkeit im Coaching bedeutet Menschen in schwierigen beruflichen Situationen zu begleiten, ohne unbewusst die eigenen Vorlieben und Abneigungen, Stimmungen und Bedürfnisse in eine Situation einzubringen. Dies erfordert die Fähigkeit, sich auf einen anderen Menschen einzustellen, seine Situation zu analysieren und mögliche Schwierigkeiten und Störfaktoren zu erkennen. Man hilft anderen, ihre Probleme selbst zu erkennen und zu lösen, was oft geduldige Zurückhaltung und ein starkes Einfühlungsvermögen erfordert. Konflikte, Leistungsprobleme oder persönliche Themen können psychisch fordernd oder gar emotional belastend sein. Fortlaufende Selbstreflexion kostet zusätzlich Zeit und Energie. Als betriebliche Mentorin / als betrieblicher Mentor besteht die Herausforderung, zwischen deiner Rolle als Coach und deiner eigentlichen Funktion im Unternehmen klare Grenzen zu wahren. Konflikte zwischen den Erwartungen der Mentees und den organisatorischen Zielen können auftreten. Und Mentoring braucht Zeit: Veränderungen bei deinen Mentees entstehen nicht über Nacht – und dein Beitrag als Mentorin / Mentor lässt sich erst mittelfristig messen.
Der Prüfungsdruck bei den jährlichen eidgenössischen Abschlussprüfungen ist hoch, aber während der Betriebliche Mentorin / Betrieblicher Mentor Ausbildung wird man gut darauf vorbereitet. Jedoch ist für die Zulassung zur Berufsprüfung praktische Monitoring-Erfahrung nötig. Wenn du nicht mindestens drei Personen bei Problemen oder Veränderungen im Job als Teamleiterin oder externer Coach beraten und begleitet (min. 20 solcher Begleitungen dokumentiert) hast, wirst du nicht zur Prüfung zugelassen.
Coaching- und Mentoringmethoden entwickeln sich laufend weiter. Ohne regelmässige Weiterbildung verliert der Abschluss an Aktualität.
Betriebliche Mentorinnen und Mentoren sind in Betrieben verschiedener Branchen angestellt oder arbeiten freiberuflich für Unternehmen oder Organisationen. Viele üben ihren Beruf nebenberuflich aus.
Bildungsanbieter einer Betriebliche Mentorin / Betrieblicher Mentor Ausbildung