ICT Grundbildung: Ausbildungen, EFZ-Abschlüsse und Berufseinstieg
Mit einer ICT-Grundbildung in die digitale Berufswelt starten
Computer einrichten, Netzwerke betreiben, Software entwickeln oder Anwenderinnen und Anwender bei technischen Problemen unterstützen: Eine ICT-Grundbildung eröffnet den Einstieg in eine vielseitige Berufswelt, die sich laufend weiterentwickelt.
Dabei richtet sich eine ICT-Ausbildung nicht nur an Jugendliche direkt nach der obligatorischen Schule. Auch Erwachsene und Berufsumsteiger können einen anerkannten Berufsabschluss in der Informatik erwerben. Je nach Interessen und Ausgangslage kommen unterschiedliche Bildungswege infrage – vom Basisschuljahr Informatik über die Ausbildung als ICT-Fachmann / ICT-Fachfrau EFZ bis zum Informatiker / zur Informatikerin EFZ.
Unterscheidung und Abgrenzung der ICT Bildungsbereiche
ICT Grundbildung |
ICT Anwenderkurse |
ICT Höhere Berufsbildung |
| Berufliche Erstausbildung für den Einstieg in einen ICT-Beruf. | Kurse zur Anwendung digitaler Technologien und Programme im Berufs- oder Privatalltag. | Weiterführende, praxisorientierte ICT-Ausbildungen für Berufstätige mit abgeschlossener Grundbildung. |
| Für Jugendliche und Erwachsene, die einen ICT-Beruf von Grund auf erlernen möchten. | Ideal für Berufstätige, Stellensuchende, Privatpersonen und Unternehmen, die digitale Anwenderkompetenzen aufbauen oder vertiefen möchten. | ICT-Fachkräfte und Berufserfahrene, die sich spezialisieren oder für anspruchsvollere Fach- und Führungsaufgaben qualifizieren möchten. |
| In der Regel sind keine Vorkenntnisse notwendig, es genügt die abgeschlossene obligatorische Schule. | Je nach Kurs werden keine oder grundlegende Anwenderkenntnisse vorausgesetzt. | Meist ist eine abgeschlossene berufliche Grundbildung plus Berufspraxis notwendig. |
| Ziel ist der Berufseinstieg. | Der Fokus liegt auf der digitalen Anwendungskompetenz | Ziel ist die Karriereentwicklung und Spezialisierung. |
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Eine ICT-Grundbildung in der Schweiz vermittelt die fachlichen und praktischen Kompetenzen für den Einstieg in die Informations- und Kommunikationstechnologie. ICT steht für «Information and Communication Technology» beziehungsweise Informations- und Kommunikationstechnologie.
Im Mittelpunkt stehen Computer, Software, Netzwerke, Daten und digitale Systeme. Je nach Ausbildung geht es beispielsweise darum, Geräte einzurichten, Benutzerinnen und Benutzer zu unterstützen, technische Störungen zu beheben, IT-Infrastrukturen aufzubauen oder Anwendungen zu programmieren.
Besonders wichtig ist der Praxisbezug. Lernende erwerben nicht nur technisches Wissen, sondern wenden dieses in konkreten Situationen und Projekten an.
Mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) erhältst du einen schweizweit anerkannten Berufsabschluss und schaffst gleichzeitig eine gute Grundlage für spätere Weiterbildungen.
Die Digitalisierung betrifft heute praktisch jede Branche. Unternehmen benötigen funktionierende IT-Systeme, sichere Netzwerke, geeignete Software und Fachpersonen, die digitale Lösungen entwickeln und betreuen.
Eine ICT-Grundbildung bietet dir deshalb interessante Perspektiven:
- Vielseitige Tätigkeiten: Je nach Beruf arbeitest du mit Hardware, Software, Netzwerken, Cloud-Diensten oder digitalen Anwendungen.
- Praxisnaher Berufseinstieg: Du verbindest theoretisches Wissen mit praktischer Arbeit.
- Breite Einsatzmöglichkeiten: ICT-Fachkräfte werden in IT-Unternehmen ebenso benötigt wie in Industrie, Handel, Banken, Versicherungen, Verwaltung oder Gesundheitswesen.
- Gute Entwicklungsmöglichkeiten: Nach dem EFZ stehen zahlreiche Weiterbildungen offen.
- Verschiedene Einstiegswege: Neben der klassischen beruflichen Grundbildung gibt es auch Angebote für Erwachsene, Quereinsteiger und Berufsumsteiger.
- Arbeit in einem dynamischen Umfeld: Neue Technologien wie künstliche Intelligenz, Cloud Computing und Cyber Security sorgen dafür, dass sich das Berufsfeld ständig weiterentwickelt.
ICT eignet sich besonders für Menschen, die Freude an Technik haben, gerne Probleme lösen und bereit sind, laufend Neues zu lernen.
Sowohl ICT-Fachmann/-frau EFZ als auch Informatiker/in EFZ sind eidgenössisch anerkannte Grundbildungen in der Schweiz und führen zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ). Sie unterscheiden sich aber deutlich bei Ausbildungsdauer, fachlicher Tiefe und typischen Aufgaben.
Das EFZ ist bei beiden formal die gleiche Art von Abschluss. Das bedeutet allerdings nicht, dass die beiden Ausbildungen fachlich gleichwertig oder austauschbar sind. Ein EFZ bezeichnet die Abschlussart, nicht ein einheitliches fachliches Niveau aller EFZ-Berufe.
| Bereich |
ICT-Fachmann/-frau EFZ |
Informatiker/in EFZ |
| Dauer | 3 Jahre | 4 Jahre |
| Abschluss | EFZ | EFZ |
| Grundausrichtung | Anwender- und praxisorientiert | Technisch und fachlich vertieft |
| Typische Arbeit | Support, Geräte einrichten, Benutzer unterstützen, ICT-Arbeitsplätze betreuen | Systeme, Netzwerke oder Software entwickeln und betreiben |
| Programmierung | Grundlagen bzw. eher wenig | Je nach Fachrichtung zentral |
| Systemtechnik | Installation und grundlegende Administration | Tiefere Konfiguration, Administration und Engineering |
| Kundenkontakt | Oft sehr ausgeprägt | Je nach Tätigkeit unterschiedlich |
| Komplexität | Fokus auf Betrieb und praktische Umsetzung | Mehr Planung, Analyse und technische Eigenverantwortung |
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Wenn du gerne ICT-Systeme einrichtest, Probleme löst und Menschen im Umgang mit Technik unterstützt, könnte ICT-Fachmann/-frau EFZ gut passen. Interessieren dich Softwareentwicklung oder komplexere ICT-Infrastrukturen besonders, ist Informatiker/in EFZ möglicherweise die passendere Wahl.
- ICT-Fachmann / ICT-Fachfrau für Quereinsteiger (EFZ)
- ICT-Fachmann / ICT-Fachfrau (EFZ)
- Informatiker / Informatikerin (EFZ)
Künstliche Intelligenz: KI verändert zunehmend, wie Software entwickelt und digitale Arbeit erledigt wird. Auch Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger werden immer häufiger mit KI-gestützten Werkzeugen und Anwendungen arbeiten.
Cyber Security: Je mehr Prozesse digital ablaufen, desto wichtiger wird der Schutz von Geräten, Netzwerken und Daten. Grundkenntnisse in IT-Sicherheit und Datenschutz gehören deshalb zu einer modernen ICT-Ausbildung.
Cloud Computing: Daten und Anwendungen befinden sich längst nicht mehr nur auf lokalen Computern und Servern. Cloud-Dienste spielen im Berufsalltag eine immer grössere Rolle und verändern Aufbau und Betrieb von ICT-Infrastrukturen.
Software- und App-Entwicklung: Unternehmen digitalisieren ihre Prozesse und entwickeln neue digitale Produkte und Dienstleistungen. Entsprechend wichtig bleiben Kompetenzen in der Entwicklung, im Testen und in der Weiterentwicklung von Software.
Automatisierung: Viele wiederkehrende ICT-Aufgaben können automatisiert werden. Dadurch verändern sich Tätigkeiten und Anforderungen: Gefragt sind Fachpersonen, die automatisierte Abläufe verstehen, einsetzen und weiterentwickeln können.
Vernetzte Systeme: Computer, mobile Geräte, Cloud-Dienste und weitere Systeme sind zunehmend miteinander verbunden. Dadurch gewinnen Kenntnisse über Netzwerke, Schnittstellen und den sicheren Datenaustausch weiter an Bedeutung.
Ein EFZ in der ICT ist nicht nur ein Einstieg in den Arbeitsmarkt, sondern kann der Beginn einer langfristigen Fachkarriere sein.
Je nach Ausbildung, Fachrichtung und Berufserfahrung kannst du beispielsweise in Bereichen wie diesen tätig werden:
- ICT-Support
- Service Desk
- System- und Plattformbetrieb
- Software- und Applikationsentwicklung
- Netzwerkadministration
- Cloud und Infrastruktur
- IT-Security
- technische Kundenbetreuung
- ICT-Projektmitarbeit
Mit zunehmender Erfahrung und passenden Weiterbildungen kannst du dich spezialisieren und später anspruchsvollere Fach-, Projekt- oder Führungsaufgaben übernehmen.
Ein grosser Vorteil der beruflichen Grundbildung ist ihre Anschlussfähigkeit. Nach einigen Jahren Berufspraxis stehen verschiedene Wege der höheren Berufsbildung offen.
Je nach Abschluss und beruflicher Entwicklung kommen beispielsweise Berufsprüfungen mit eidgenössischem Fachausweis, höhere Fachprüfungen oder eine Ausbildung an einer Höheren Fachschule (HF) infrage.
Mögliche Weiterbildungen führen beispielsweise in Bereiche wie:
- Applikationsentwicklung
- Plattformentwicklung
- Cyber Security
- Wirtschaftsinformatik
- künstliche Intelligenz
- ICT-Management
- Informationssicherheit
Auch eine Weiterbildung zum Informatiker / zur Informatikerin HF oder zum Wirtschaftsinformatiker / zur Wirtschaftsinformatikerin HF kann später infrage kommen.
Wer während oder nach der beruflichen Grundbildung eine Berufsmaturität erwirbt, schafft zudem eine wichtige Voraussetzung für ein Studium an einer Fachhochschule.
Damit bietet ein ICT-EFZ zahlreiche Möglichkeiten, die eigene Karriere Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
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