Selbsttest: Ist die «Phyototherapeutin / Phytotherapeut Ausbildung (Phytotherapie/Pflanzenheilkunde) (Zert.)» die richtige für mich?

Eine ältere Frau sammelt medizinische (Heil-)Kräuter.

Ob eine Tätigkeit als Phytotherapeut / Phytotherapeutin (Zert.) Ihren Vorstellungen und Bedürfnissen entspricht? Machen Sie jetzt den kostenlosen und unverbindlichen Selbsttest und finden Sie heraus, ob Sie mit einem Lehrgang mit Abschluss «schuleigenes Zertifikat» auf dem richtigen Weg sind.

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Phytotherapeut / Phytotherapeutin: Wie sieht ihr Berufsalltag aus?

Phytotherapeuten und Phytotherapeutinnen arbeiten häufig in einem paramedizinischen Beruf oder haben eine naturheilkundliche Ausbildung, innerhalb der sie die Pflanzenheilkunde anwenden.

Bei der ersten Konsultation verschaffen sie sich zuerst einen Überblick über die Situation des Klienten, der Klientin, erfassen die gesundheitlichen Beschwerden und nehmen dann eine Untersuchung mit ihren individuellen Methoden vor. Das kann eine Zungen- und Pulsdiagnose sein, ein umfassendes Blutbild, Abtasten, Abhören oder die Betrachtung des Atmens und der Stimme. Damit entwickelt der Therapeut, die Therapeutin eine Vorstellung möglicher Krankheitsbilder oder Funktionsstörungen und entwirft einen Behandlungsplan. Dabei können pflanzliche Wirkstoffe in unterschiedlichster Form angewendet oder verabreicht werden. Als Tee oder Tabletten, in Ölen und Salben, als Wickel und Auflagen. Häufig werden die pflanzlichen Wirkstoffe durch weitere Massnahmen und Empfehlungen ergänzt. Das können Hinweise für die Ernährung sein, Bewegungstherapien oder psychologische Gespräche.

Frage 1:

Entsprechen die beschriebenen Tätigkeiten Ihren Vorstellungen? Möchten Sie als Phytotherapeut / Phytotherapeutin arbeiten?

Zielgruppe und Fähigkeiten: Für wen eignet sich die Phytotherapeutin / Phytotherapeut-Ausbildung? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten werden verlangt?

Folgende Zielgruppe wird mit einer Ausbildung in Phytotherapie / Pflanzenheilkunde angesprochen: 

  • Personen, welche sich für die Anwendungen der Pflanzenheilkunde interessieren und sie für sich selbst und ihr näheres Umfeld anwenden möchten
  • Personen, die sich auf dem Gebiet der Gesundheitsberatung selbständig machen möchten
  • Personen mit medizinischen Grundberufen, Naturheilpraktiker/innen oder Komplementärtherapeut/innen, die sich weiterbilden möchten

Für eine erfolgreiche Tätigkeit als Phytotherapeut / Phytotherapeutin werden folgende Eigenschaften genannt:

  • Affinität zu pflanzlichen Wirkstoffen und Heilmethoden
  • Interesse an medizinischen und psychologischen Fragen
  • Freude an einer beratenden Tätigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Bei eigener Praxis: wirtschaftliche Fähigkeiten, um ein eigenes Geschäft zu führen

Frage 2:

Gehören Sie zu einer der Zielgruppen dieser Weiterbildung und verfügen Sie über die nötigen persönlichen Eigenschaften?

Voraussetzungen für die Zulassung zur Phytotherapeutin / Phytotherapeut-Ausbildung (Zert.):

In der Regel steht die Phytotherapie / Pflanzenheilkunde-Ausbildung allen interessierten Personen offen. So wird auch keine spezifische Vorbildung oder Berufserfahrung verlangt. 

Manche Schulen setzen folgende Punkte für die Zulassung voraus: 

  • Volljährigkeit
  • Lehrabschluss mit eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ)
  • Mehrjährige Berufserfahrung
  • Genügende Deutschkenntnisse

Ausserdem: 

  • Einige Lehrgänge setzen Kenntnisse der schulmedizinischen Grundlagen voraus; diese können häufig als Teil der Ausbildung absolviert werden
  • Weiterbildungen für medizinisches Personal setzen eine paramedizinische Grundbildung voraus

Gut zu wissen: 

Da es vor dem Branchenzertifikat OdA AM bzw. dem eidg. Diplom für Naturheilpraktiker/innen keine geschützten Berufsbezeichnungen oder Titel gibt, ist es wichtig, die eigene Seriosität und Fachkompetenz anderweitig zu belegen. Dies erfolgt in der Regel durch eine Registrierung bei der ASCA und/oder beim EMR. 

Für die Aufnahme ins ASCA- (schweizerische Stiftung für Komplementärmedizin) und/oder EMR-Register ist eine Mindestanzahl an medizinischem Grundlagenwissen (schulmedizinische Kenntnisse / «Medizinische Grundlagen») und Fachausbildung notwendig. Die entsprechenden aktuellen Angaben finden Sie in den Methodenlisten. 

Input: Wieso ist die Registrierung ins ASCA und/oder EMR-Register wichtig?

Sowohl die ASCA als auch das EMR sind Qualitätslabel für die Tätigkeiten in der Erfahrungsmedizin. Sie führen beide eine sog. Methodenliste, in welcher festgehalten ist, wie viele Stunden an medizinischer Grundlagenausbildung und Fachausbildung (Methode) erfüllt sein müssen, um sich bei der ASCA und/oder EMR registrieren zu lassen. 

Viele Krankenkassen orientieren sich an der ASCA und EMR. Das heisst, Therapeuten/-innen, die bei der ASCA und/oder EMR registriert sind, können oftmals Krankenkassen anerkannt arbeiten (über die Zusatzversicherung). Aber Achtung! Dies ist nicht immer der Fall. 

So fordern immer mehr Krankenkassen ein Branchenzertifikat oder ein eidgenössisches Diplom der Berufsorganisationen (OdA AM, OdA KT, OdA MM, ODA ARTECURA, schweizerische Verband der Osteopathen FSO-SVO), um Krankenkassen anerkannt arbeiten zu können. Dies wird in Zukunft noch weiter zunehmen.

Frage 3:

Erfüllen Sie die Voraussetzungen für die Zulassung?

Lernstoff und Inhalte der Weiterbildung

Der Lernstoff einer Phytotherapeutin / Phytotherapeut-Ausbildung wird von den Schulen eigenständig festgelegt; dieser kann daher variieren.

Oft werden im Kurs folgende Themen behandelt:

  • Grundlagen der Phytotherapie / Pflanzenheilkunde (Ursprung, Geschichte und Entwicklung)
  • Lebenszyklus, Stoffwechsel, Wachstum und Aufbau der Pflanzen 
  • Heilpflanzen nach Krankheiten (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegs-, Magen-Darm-, Schilddrüsen-, Nervensystem-, Haut-Erkrankungen etc.)
  • Grundsätze, Konzepte, Einsatzmöglichkeiten, Wirkung und Sinn der Behandlung 
  • Aufbau einer Beratung / Behandlung (Anamnese, Diagnostik, Kommunikation)
  • Verarbeitungs-Techniken (Tee, Tabletten, Ölen, Salben, Wickel, Auflagen etc.)
  • Indikatoren, Kontraindikatoren und Grenzen der Behandlung
  • In der Regel auch diverse Exkursionen, zum Beispiel in botanische Gärten. 

Hinweis: Kurse, deren Lernstoff auch die «Medizinischen Grundlagen» (als Voraussetzung für die Aufnahme ins ASCA- und/oder EMR-Register) beinhalten, behandeln diese in der Regel in einem separaten Modul.  

Frage 4:

Interessieren Sie diese Inhalte, möchten Sie Kenntnisse in diesen Themenbereichen erwerben?

Kosten und Finanzierung der Weiterbildung

Wie viel eine Phytotherapeutin / Phytotherapeut-Ausbildung kostet, legen die Schulen eigenständig fest. Die Kosten können sich daher von Anbieter zu Anbieter unterscheiden.

Mit folgenden Kosten müssen Sie für eine Grundlagen-Fachausbildung rechnen:

  • Lehrgangsgebühren: Zwischen CHF 4’800.– und CHF 16’000.–, in der Regel ist darin auch die Prüfungsgebühr enthalten.

Hinweis: Es gibt auch sog. Einführungs- oder Vertiefungskurse, die wenige Tage dauern und niedrigere Kosten aufweisen: zwischen CHF 300.– und CHF 1’500.–.
Aber Achtung bei Einführungskursen, wenn Sie sich bei der ASCA und/oder beim EMR registrieren lassen möchten! Allenfalls kommen Sie nämlich nicht auf die geforderten Stunden an Fachausbildung. 

  • Manche Anbieter verlangen Extrakosten für
    • Lehrmittel
    • Schulungsunterlagen

Bitte informieren Sie sich direkt beim Anbieter Ihrer Wahl hinsichtlich der möglichen Extrakosten.  

Frage 5:

Sind Sie in der Lage, für den Kurs finanziell aufzukommen?

Studienaufbau, Studiendauer, Ausbildungsvarianten, Unterrichtsformat und Lernaufwand

  • Studienaufbau: Die Phytotherapeutin / Phytotherapeut-Ausbildung ist in der Regel berufsbegleitend konzipiert und modular aufgebaut. Das heisst, es wird jedes Modul einzeln absolviert und abgeschlossen.
  • Studiendauer: Die Dauer der fachspezifischen Lehrgänge im Bereich der Phytotherapie ist sehr unterschiedlich und hängt vom Anbieter, Angebot und Niveau ab: In der Regel dauern die Kurse zwischen wenigen Monaten bis zu drei Jahren. 
  • Ausbildungsvarianten: Wann die Lektionen stattfinden, entscheiden die Schulen eigenständig. Es gibt Kurse, bei welchen die Lektionen an zwei Tagen pro Woche sowie an ausgewählten Samstagen angeboten werden. Bei anderen wiederum nur an einem Tag in der Woche. Wiederum andere bieten auch Intensiv-Varianten an.
  • Unterrichtsformat: Die Pflanzenheilkunde-Ausbildung findet grundsätzlich im Präsenzunterricht statt. Es gibt aber auch Schulen, die Online-Lehrgänge anbieten (beispielsweise für den Theorie-Teil)
  • Lernaufwand: Für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und die Selbstlernzeit sollten Sie genügend Zeit einrechnen – wie viel, hängt von Ihrem Vorwissen, Arbeitsstil und Lerntempo ab. Wir empfehlen, vorsichtshalber mindestens 4–6 Stunden pro Woche einzurechnen.

Frage 6:

Können Sie die Zeit für den Unterricht und das Selbststudium aufbringen?

Abschluss, Diplom und Titel

Wer alle Module der Phytotherapeutin / Phytotherapeut-Ausbildung erfolgreich bestanden hat, wird zur Abschlussprüfung zugelassen. 

Für den Abschluss zur Erlangung des Diploms wird in der Regel eine schriftliche und mündliche Prüfung absolviert. Je nachdem sind weitere Leistungen erforderlich, wie zum Beispiel:

  • Herstellen eines Herbariums mit 60 Pflanzen
  • Schriftliche und fotografische Pflanzenbeobachtung während einem Jahr
  • Semesterarbeiten
  • Präsentation der Pflanzenbeobachtung

Diplom und Titel

Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen erhalten ein schuleigenes Zertifikat / Diplom der jeweiligen Schule: «Phyto-Therapeut/in [Name der Schule]» oder «Phytotherapie / Pflanzenheilkunde [Name der Schule]» oder auch «dipl. Phytotherapeut/in [Name der Schule]»

Frage 7:

Trauen Sie sich zu, die kontinuierlichen Arbeiten zu leisten und die Abschlussprüfungen zu bestehen?

Haben Sie sich bereits entschieden?
Oder möchten Sie mehr wissen?

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